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Das psychobiografische Pflegemodell nach Prof. Erwin Böhm ist ein ganzheitliches Konzept, welches die individuelle, psychische, biografische, milieu- und prägungsspezifische Situation des Bewohners zum Ausgangspunkt der Betreuung macht. Ein Leitmotiv des Pflegemodells ist das “Normalitätsprinzip”. Durch Kenntnis des prägungsgeschichtlichen Hintergrundes und der individuellen Lebensgeschichte kann die aktuelle Erlebnissituation des älteren Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz als Normalität verstanden werden. Mit Hilfe von Alltagsorientierung, wie z.B. der Gestaltung eines normalen Tagesrhythmus oder dem Zusammenleben in einer familienähnlichen Gemeinschaft, soll ein Leben ermöglicht werden, das dem Leben eines nicht beeinträchtigten Menschen entspricht: Ein Leben so normal wie möglich! Speziell ausgebildete „Alltagsmanager“ leben zusammen mit den Betroffenen in den Gemeinschaften. Auch die Mahlzeiten, die komplett aus der hauseigenen Küche kommen, werden gemeinsam eingenommen. Menschen, die an Demenz erkrankt sind verhalten sich regressiv, d.h. sie entwickeln sich mit zunehmendem Krankheitsverlauf vom jungen Erwachsenen bis hin zum Kind zurück. Durch psychogeriatrische Einschätzung im Interaktionsbogen werden die emotionale Erreichbarkeit des Betagten festgestellt und die entsprechenden Impulse zur Wiederbelebung der Seele gesetzt. Individuelle Gewohnheiten und Lebensbewältigungsstrategien (Copings) werden dabei berücksichtigt. Durch die Verknüpfung von Erinnerungen stärken wir das Selbstwerterleben der Betroffenen. Unser Ziel ist es, ihnen ein “Daheimgefühl” und eine “Ich-Identität” zu vermitteln und zurückzugeben.
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